Ausschreibung wissenschaftliches Volontariat

Wir freuen uns, mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa, erneut ein wissenschaftliches Volontariat ausschreiben zu dürfen. Bitte beachten Sie, dass Ihre Bewerbungsunterlagen an die Senatsverwaltungund nicht direkt an uns zu richten sind.

Besetzbar:                      ab 1. März 2019 bzw. nach Ende des Auswahlverfahrens

Kennzahl:                       65/18

Arbeitsgebiet: Mitarbeit im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit der Stiftung Topographie des Terrors

Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide informiert am historischen Ort eines fast vollständig erhaltenen ehemaligen Zwangsarbeiterlagers über die Geschichte und Dimension der NS-Zwangsarbeit. In Ausstellungen, Veranstaltungen und einem vielfältigen Bildungsangebot wird das Schicksal der Millionen zur Arbeit verschleppten Männer, Frauen und Kinder sichtbar. Das Dokumentationszentrum will für deutsche wie internationale Gruppen eine intensive und länderübergreifende Auseinandersetzung mit dem Thema NS-Zwangsarbeit ermöglichen.

Die Schwerpunkte der zweijährigen Tätigkeit des wissenschaftlichen Volontariats liegen in:

  • der Mitarbeit in der Bildungsarbeit, insbesondere in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte
  • der Mitarbeit bei der Realisierung einer Wechselausstellung
  • der Mitarbeit bei der Planung und Durchführung von Veranstaltungen

Anforderungen:

Anforderungen:

  • Erfolgreich abgeschlossenes Hochschulstudium der Geschichtswissenschaften oder eines vergleichbaren Studiengangs mit Schwerpunkt 20. Jahrhundert an einer Universität mit einem Diplom, Magister- oder Masterabschluss oder einem Masterabschluss in entsprechend akkreditierten Studiengängen an einer Fachhochschule
  • sehr gute Kenntnisse der NSGeschichte (insbesondere der NS-Zwangsarbeit)
  • gute Kenntnisse der Gedenkstättenlandschaft und aktueller erinnerungspolitischer Diskurse
  • Erfahrungen in der internationalen Begegnungsarbeit sind erwünscht.

Weitere Voraussetzungen:

  • Nachweis wissenschaftlicher Tätigkeit
  • sehr gute Englischkenntnisse sowie möglichst Kenntnisse einer weiteren europäischen Fremdsprache
  • sehr gute EDVKenntnisse
  • Teamfähigkeit, Organisationsgeschick, Flexibilität

Die Dauer des Volontariats beträgt zwei Jahre, wobei die ersten 4 Monate als Probezeit gelten. Es wird ein Unterhaltszuschuss in Höhe von 50 % des Anfangsentgeltes in Anlehnung an die Entgeltgruppe 13 TV-L gewährt.

Die Bewerbung von Menschen mit Migrationshintergrund, die die Voraussetzungen der Stellenausschreibung erfüllen, ist ausdrücklich erwünscht.

Anerkannte Schwerbehinderte oder diesen gleichgestellte behinderte Menschen werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. Bitte weisen Sie auf eine Schwerbehinderung oder Gleichstellung gegebenenfalls bereits in der Bewerbung hin.

Bei Bewerberinnen/Bewerbern, die bereits im öffentlichen Dienst tätig sind, sind wir gehalten, im Rahmen des Auswahlverfahrens auch die aktuelle dienstliche Beurteilung (nicht älter als 1 Jahr) zu berücksichtigen. Soweit eine entsprechende Beurteilung nicht vorliegt, bitten wir, für die Erstellung zu sorgen.

Im Rahmen des Auswahlverfahrens entstandene Reisekosten können leider nicht erstattet werden.

Bitte senden Sie Ihre Bewerbung mit tabellarischem Lebenslauf, Zeugnissen und Nachweisen über wissenschaftliche Tätigkeiten unter Angabe der Kennzahl65/18 bis zum 22.03.2019 an die
Senatsverwaltung für Kultur und Europa,
– SE 2 Ri –
Brunnenstr. 188 – 190
10119 Berlin

Wir bitten davon Abstand zu nehmen, Bewerbungen per E-Mail zu übersenden.

Auf die Übersendung von Sichthüllen oder umfangreichen Publikationen bitten wir zu verzichten. Aus Kostengründen ist für die Rücksendung der uns eingereichten Bewerbungsunterlagen ein ausreichend frankierter Rückumschlag beizufügen.

Sollte uns innerhalb von zwei Monaten nach Abschluss des Auswahlverfahrens keine gegenteilige Nachricht vorliegen, gehen wir davon aus, dass Sie kein Interesse am Rückerhalt der Unterlagen haben und sehen von einer weiteren Aufbewahrung ab.

Ausschreibungstext als PDF


International Winter School 2019

Wir freuen uns, in diesem Jahr zum zweiten Mal Gastgeber für die Internationale Winter School gemeinsam mit dem ITS Bad Arolsen sein zu dürfen.

Vom 10. bis zum 16. Februar treffen sich hier im Dokumentationszentrum 15 Nachwuchspädagog*innen aus Polen, den Niederlanden, Österreich, Ukraine, Rumänien, Portugal, Griechenland, Spanien, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Deutschland, die sich über die Didaktik und Methodik der pädagogischen Vermittlung des Themas NS-Zwangsarbeit sowie die Aufarbeitung der Thematik im Nachkriegseuropa aus transnationaler Perspektive austauschen können. Im Mittelpunkt stehen dabei „zivile“ und jüdische Zwangsarbeiter*innen in Nazi-Deutschland.

Im Rahmen der Winterschule werden zudem der Dokumentenbestand des ITS in Bezug auf Zwangsarbeit vorgestellt und Möglichkeiten diskutiert, wie Pädagog*innen mit diesen Dokumenten arbeiten können.

Damit es nicht bei Papier bleibt, freuen wir uns besonders, dass sich Vera Friedländer, Zeitzeugin aus Berlin, bereit erklärt hat, mit den Teilnehmenden ins Gespräch zu kommen.


Gedenkstätten zur Erinnerung an die NS-Verbrechen in Deutschland rufen auf zur Verteidigung der Demokratie

Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischer Gewalt nehmen als Orte der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit einer verbrecherischen Vergangenheit eine wichtige Bildungsaufgabe für die Gegenwart wahr. Ihre Arbeit folgt der aus den Erfahrungen des Nationalsozialismus gewonnenen Verpflichtung unserer Verfassung: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt“ (Art.1GG).

Lernen aus der Geschichte der NS-Verbrechen heißt auch Warnzeichen rechtzeitig zu erkennen, wenn eine nachhaltige Schwächung unserer offenen Gesellschaft droht. Wir wissen aus der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts, dass Demokratien mit Standards wie dem Grundgesetz, den europäisch und international verankerten Menschenrechten, Minderheitenschutz, Gleichheit aller Menschen vor dem Recht, Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung mühsam erkämpft wurden und fortdauernd geschützt und ausgestaltet werden müssen.

Immer offener etablieren sich in der Gesellschaft Haltungen, Meinungen und Sprechgewohnheiten, die eine Abkehr von den grundlegenden Lehren aus der NS-Vergangenheit befürchten lassen. Wir stellen mit Sorge fest:

  • ein Erstarken rechtspopulistischer und autoritär-nationalistischer Bewegungen und Parteien,
  • eine verbreitete Abwehr gegenüber Menschen in Not sowie die Infragestellung und Aufweichung des Rechts auf Asyl,
  • Angriffe auf Grund- und Menschenrechte,
  • die Zunahme von Rassismus, Antisemitismus und anderen Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit,
  • eine damit einhergehende Abwertung von Demokratie und Vielfalt.

Hinzu kommt ein öffentlich artikulierter Geschichtsrevisionismus, der die Bedeutung des Erinnerns an die Verbrechen des Nationalsozialismus als grundlegende Orientierung der deutschen Gesellschaft in der Gegenwart angreift und durch ein nationalistisches Selbstbild ersetzen möchte.

Diesen aktuellen Entwicklungen treten wir mit unserer täglichen Arbeit in der historisch-politischen Bildung entgegen. Aber sie erfordern darüber hinaus politisches und bürgerschaftliches Handeln. Wir appellieren daher an die Akteure in Politik und Gesellschaft, das Wissen um die historischen Erfahrungen mit ausgrenzenden Gesellschaften wie dem Nationalsozialismus für die Gegenwart zu bewahren und sich für die Verteidigung der universell geltenden Grund- und Menschenrechten einzusetzen.

Verabschiedet von der 7. Bundesweiten Gedenkstättenkonferenz am 13.12.2018

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