Sonderausstellung

In den Kellern Berlins

Unterirdische Rüstungsproduktion der Firma Telefunken in den Kriegsjahren 1944/45

7. Dezember 2020 - 25. Juli 2021

Ein weitgehend unbekanntes Kapitel Berliner Stadtgeschichte ist die Untertageverlagerung von Rüstungsproduktion zum Ende des Krieges 1944 / 1945.  Die Ausstellung „In den Kellern“ widmet sich nun diesem Thema am Beispiel der Firma Telefunken, die das größte deutsche Röhrenwerk in der Sickingenstraße in Moabit betrieb.

Ab 1944 wurden Teile der Röhrenproduktion aus der Moabiter Sickingenstraße in drei große Brauereikeller in Kreuzberg und Prenzlauer Berg, sowie in einen U-Bahntunnel am Reichstag verlagert. Mit dem Frauennamen Lore sollte die unterirdischen Anlagen getarnt werden:

  • Lore 1 - heutige Kulturbrauerei, Schönhauser Allee 36, Prenzlauer Berg
  • Lore 2 - Bockbrauerei, Fidicinstraße 3, Kreuzberg
  • Lore 3 - Königstadt-Brauerei, Saarbrücker Straße 24, Prenzlauer Berg
  • Lore 4 - U-Bahntunnel, Reichstag, Mitte

Die Ausstellung begibt sich auf eine Spurensuche zu diesen vier historischen Orten. Thematisiert werden die Umbauten von Brauereikellern zu Rüstungsfabriken, die Rolle von Zwangsarbeit oder der Konflikt um die Frage, ob die Keller für den Schutz der Zivilbevölkerung oder die Rüstungsproduktion genutzt werden sollen.

Ohne das Hightech-Produkt Elektronenröhren konnten keine Funk- und Radaranlagen, Störsender oder Funksteuerungen für Raketen betrieben werden.

Nach der Präsentation im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit geht die Ausstellung auf Wanderschaft. Geplant ist, vorbehaltlich aktueller Entwicklung in der Corona-Pandemie, sie auch an den historischen Orten, in den genannten Berliner Brauereien zu zeigen.

Kuratoren

Thomas Irmer

Politologe, Historiker und Kurator

Thomas Irmer forscht zur Geschichte des Unternehmens AEG/Telefunken und der Elektroindustrie in der NS-Zeit. In weiteren Forschungen und Veröffentlichungen befasst er sich mit dem Thema NS-Zwangsarbeit und der Geschichte totaler Institutionen (System der Konzentrationslager, Arbeitshaus).

 

Dr. Bernhard Kohlenbach

Kunsthistoriker, Historiker und Denkmalpfleger

Zwischen 1993 und 2019 war Bernhard Kohlenbach Mitarbeiter im Landesdenkmalamt Berlin, unter anderem zuständig für die Berliner Denkmaltopographien und die Erfassung von Denkmalen der NS-Zeit und der Nachkriegszeit. Er publiziert überwiegend zur Denkmalpflege und zur Geschichte Berlins.

Wanderausstellung

Die Ausstellung besteht aus acht Tafeln, die sowohl Innen wie Außen gezeigt werden können. Es steht ein stabiles Trägersystem zur Verfügung.

Informationen können bei Thomas Irmer eingeholt werden: 0151/64507809


Anfahrt

Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
Baracke 5

Britzer Straße 5
12439 Berlin

Tel. +49 (0)30 6390 288 0
Email: schoeneweide(at)topographie.de
 

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Öffnungszeiten

Ab 24. April 2021 pandemiebedingt geschlossen.

Schließtage
24. und 31. Dezember

Der Eintritt ist frei.

Die Ausstellung ist rollstuhlgeeignet.

Die Ausstellung wurde gefördert von: