Was bleibt? Über die Erinnerung an NS-Zwangsarbeit in Familien

Digitales Podiumsgespräch mit Kindern ehemaliger Zwangsarbeiter:innen

Donnerstag, 26. August 2021, 19 Uhr

Was bedeutet die Zwangsarbeits-Erfahrung der Eltern für das eigene Leben und die Familie? Haben die Mütter und Väter von ihrer Ausbeutung im NS-System erzählt oder geschwiegen? Um diese und weitere Fragen geht es im Gespräch mit Ton Maas, Prof. Dr. Olga Ryabchenko und Ilona Strimber.

Kees Maas leistete Zwangsarbeit bei Telefunken in Berlin. Dabei lernte er auch seine spätere Frau kennen. Ab 1943 litt er zunehmend unter den Luftangriffen auf die Stadt. 2017 begann Ton Maas die Tagebücher und Briefe seines Vaters aus dieser Zeit zu lesen und die Geschichte in einem Buch aufzuarbeiten.

Leonid Ryabchenko war Zwangsarbeiter, vor allem in der Gießerei bei der „Deutsche Industrie Werke AG“ in Berlin-Spandau. In der Nachkriegszeit wurde er in die Rote Armee eingezogen und in sowjetischen Straflagern interniert. Seine Erfahrungen verarbeitete er in autobiografischen Büchern. Seine Tochter Olga Ryabchenko ist Historikerin und sprach schon in jungen Jahren mit ihrem Vater über dessen Erlebnisse.

Hildegard Simon wurde zur Zwangsarbeit bei der Batteriefabrik Pertrix in Berlin-Schöneweide gezwungen. Ab 1942 tauchte sie mit ihrem Mann Arno mit gefälschten Papieren bis Kriegsende in Berlin unter. Ihre Tochter Ilona Strimber führte 1997 ein ausführliches Interview mit ihrer Mutter für die Shoah Foundation und setzt sich für die Aufarbeitung des Arbeitseinsatzes bei Pertrix ein.

 

Begrüßung: Dr. Christine Glauning, Leiterin Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit

Podium: Ton Maas, Prof. Dr. Olga Ryabchenko und Ilona Strimber

Moderation: Shelly Kupferberg, freie Journalistin

Sprachen: Deutsch und Russisch