Historischer Ort Ausländerkrankenhaus Mahlow

Am südlichen Rand der Gemarkung Mahlow  bestand in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft von 1942 bis 1945 eine zentrale Einrichtung: ein Krankenhaus für Zwangsarbeiter/innen mit 848 Betten, welches vom Hauptgesundheitsamt Berlin betrieben wurde. Vor allem Patienten mit schweren und infektiösen Erkrankungen wurden hier eingeliefert. In dem mit Stacheldraht umzäunten Barackenkrankenhaus sollten sie unter geringstem medizinischem Aufwand wieder „arbeitsfähig“ gemacht werden. Neben der Hauptgruppe, den „Ostarbeitern“, wurden in Mahlow Zwangsarbeiter/innen aus weiteren ost- und westeuropäischen Staaten und Gestapo-Häftlinge behandelt. Bis zur Befreiung durch die Rote Armee im April 1945 starben hier etwa 1500 Männer, Frauen und Kinder. Die Namen der Toten sind im Sterberegister des Standesamtes Mahlow verzeichnet. Begraben wurden die meisten Opfer auf dem, etwa 15 km entfernten, Wilmersdorfer Waldfriedhof Güterfelde-Stahnsdorf. Das „Ausländerkrankenhaus Mahlow“ war selbst ein Ort der Zwangsarbeit. Sein Betrieb wurde hauptsächlich von Ärzten und Krankenschwestern aus der Sowjetunion getragen. Ab Herbst 1946, siedelten sich Blankenfelder Gewerbebetriebe in den Gebäuden an, die zumeist bis in die 60er Jahre existierten. 2007 wurde das Gelände als archäologisches Denkmal unter Schutz gestellt. 2009 beschloss die Gemeindevertretung Blankenfelde-Mahlow, am authentischen Ort dauerhaft an das „Ausländerkrankenhaus“ und die Schicksale seiner Insassen zu erinnern. Seit 2013 gibt es einen Rundweg mit Schautafeln, der auf einem vorhandenen Wegenetz um das Lagergelände führt. Eine zweite Komponente des Gedenkortes, ein Gedenken an die Todesopfer, ist in Planung. Mit der Umsetzung befasst sich eine Ideenwerkstatt aus Bürgern der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow und Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung.

Rundgang "Ausländerkrankenhaus"