Veranstaltungen



Ausstellungseröffnung: Eine Geschichte von Vernichtung und Überleben. Holocaust und Zwangsarbeit in Galizien

29. August 2019 | 19 Uhr

Vor 80 Jahren, am 1. September 1939, begann mit dem deutschen Angriff auf Polen der Zweite Weltkrieg. Im Distrikt Galizien, der zuerst sowjetisch und ab 1941 deutsch besetzt war, lebten über 500.000 Jüdinnen und Juden. Fast alle wurden von den Deutschen ermordet.

Die Ausstellung zeigt die deutsche Besatzungspolitik gegenüber der jüdischen Bevölkerung in Galizien: einzelne Pogrome, die Bildung von Ghettos, Verschleppung in das Vernichtungslager Bełżec sowie Zwangsarbeit in Lagern. Dort beuteten die Deutschen die jüdischen Arbeitskräfte aus, Tausende kamen bei der Arbeit ums Leben – zugleich konnte ein Arbeitsplatz zeitweise vor der Deportation in den Tod schützen.

Die Darstellung folgt dem Schicksal des Holocaust-Überlebenden Józef Lipman und den Rettungsversuchen einzelner Helfer, insbesondere von Berthold und Else Beitz sowie von Donata und Eberhard Helmrich. Sie konnten einige Menschen vor dem Tod bewahren.

Begrüßung: Dr. Christine Glauning
Leiterin des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit

Grußwort: Dr. Dagmar Pruin
Geschäftsführerin von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste

Rückblick: Die Rettungsinitiativen meiner Eltern
Cornelia Schmalz-Jacobsen
Zeitzeugin

Einführung: Klaus Hasbron-Blume
Kurator der Ausstellung

Im Anschluss findet ein Empfang statt.

Gern mit Anmeldung: veranstaltung-sw(at)topographie.de oder 030-6390 2880


Kofferarchive – How to piece things back together

1. September | 15-19 Uhr

Interdisziplinärer Storytelling-Workshop (auf Deutsch und Englisch) mit Jolanda Todt und
dem Schriftsteller Rafael Cardoso („Das Vermächtnis der Seidenraupen“, S. Fischer Verlage)

Jolanda Todt und Rafael Cardoso werden die Arbeiten zu ihren Familiengeschichten vorstellen und sich mit den Teilnehmenden auf die Suche nach den schwarzen Löchern in den persönlichen Familienbiographien machen. Sie ermutigen dazu, sich diesen blinden Flecken zu nähern und so einen Impuls zu eigenen Forschungen und künstlerischen Arbeiten zu geben.
Die Teilnehmenden sollen hierzu Ungereimtheiten und Fragezeichen zur Geschichte der Familien in der NS-Zeit in Form von Dokumenten oder Fotografien mitbringen.

Rafael Cardoso fand auf dem Dachboden seiner Großeltern in São Paulo/Brasilien zufällig einen Koffer mit Briefen und Dokumenten seines Urgroßvaters: Hugo Simon war Bankier, enger Berater von Samuel Fischer, Besitzer von Munchs »Der Schrei«; Freund Albert Einsteins und Alfred Döblins, der ihn in einem Roman verewigte. Cardoso selbst veröffentlicht die ihm bis dahin unbekannte Geschichte in seinem Buch „Das Vermächtnis der Seidenraupen“ bei den S. Fischer Verlagen.

Jolanda Todt erforschte die Geschichte ihres Urgroßvaters: Alfred Todt, ab 1934 Reichshauptstellenleiter der NSDAP, Leiter der Abteilung M der NSDAP, SS-Mitglied. Nach der Besetzung Polens war er ab Februar 1940 Landrat und NSDAP-Kreisleiter im Landkreis Łask. Als Mitglied der SS wurde er 1942 zum Kriegsdienst in die Waffen-SS eingezogen. Aus gesundheitlichen Gründen als ungeeignet eingestuft und als Fürsorgereferent eingesetzt. Er blieb bis 1945 Landrat in Łask.

Die Zahl der Teilnehmenden ist beschränkt, wir bitten herzlich um Anmeldungen unter veranstaltung-sw(at)topographie.de oder 030-63902880


Tag des offenen Denkmals

7. und 8. September

Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit nimmt sich dem  diesjährigen Motto „Modern(e)  – Umbrüche in Kunst und Architektur“ an, indem  es am historischen Ort eines fast vollständig erhaltenen Lagers für NS-Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter an die mit modernen Rationalisierungsformen und gewaltvollen Mitteln durchgesetzte Rüstungspolitik erinnert.

Mit einem Stadtspaziergang durch den angrenzenden Bezirk Niederschöneweide sowie einer Fahrradtour durch den Industriebezirk Schöneweide zu Orten der Zwangsarbeit soll auf die enorme Präsenz der Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus ganz Europa aufmerksam gemacht werden.

Im Dokumentationszentrum werden Führungen zur Geschichte der Zwangsarbeit und zur Baugeschichte des Lagers angeboten, sowie ein Workshop unter dem Titel: „SCHATTEN GE-SCHICHTE_N. Der Zweite Weltkrieg im Familiengedächtnis“.

Samstag 7. September 2019

11 Uhr - Führung durch die Ausstellung Zwischen allen Stühlen. Die Geschichte der italienischen Militärinternierten 1943-1945“ mit Gang zur Baracke 13

14 Uhr – Radtourdurch den  Industriebezirk Schöneweide zu Orten der Zwangsarbeit

16 Uhr – Führung durch die Dauerausstellung „Alltag-Zwangsarbeit 1938-1945“


Sonntag 8. September 2019

11 Uhr - Stadtrundgangdurch Niederschöneweide zu Orten der Zwangsarbeit

14 Uhr – Führung durch die Dauerausstellung „Alltag-Zwangsarbeit 1938-1945“

15 Uhr- SCHATTEN GE-SCHICHTE_N Der Zweite Weltkrieg im Familiengedächtnis
Künstlerischer Storytelling-Workshop mit den Künstlerinnen Adi Liraz und Jolanda Todt

Die Künstlerinnen möchten die Teilnehmenden dazu einladen sich auf Spurensuche zu begeben. Gemeinsam werden sie sich spielerisch mithilfe verschiedener Methoden den eigenen Geschichten nähern und diese erforschen, erzählen und befragen. Sie möchten die Teilnehmenden ermutigen ihren eigenen Ausdruck finden.

Bitte bringen Sie zu dem Workshop mindestens einen Gegenstand oder Fotografien mit, die für Sie als „Erinnerungsträger" Ihrer Familiengeschichte dienen. Diese sollte mit der NS-Zeit verbunden, doch nicht unbedingt in der Zeit hergestellt sein.

Aus Platzgründen bitten wir herzlich um Anmeldungen für den Workshop unter veranstaltung-sw(at)topographie.de oder 030-63902880



Zeitzeugengespräch: Bogdan Bartnikowski

12. September | 19 Uhr

Bogdan Bartnikowski war polnischer Häftling im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und musste später in Berlin Zwangsarbeit leisten.

Die deutsche Besatzung Warschaus erlebte der Zeitzeuge als Kind und Jugendlicher. Als am 1. August 1944 der Warschauer Aufstand ausbrach, war er 12 Jahre alt und unterstützte die Aufständischen als Meldegänger. Mitte August wurde er mit seiner Mutter in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert.

Bei der Evakuierung des Lagers im Januar 1945 brachten die Deutschen Bartnikowski nach Berlin. Er war Häftling eines Außenlagers des KZ Sachsenhausen in Blankenburg und arbeitete bei der Trümmerbeseitigung im zerstörten Berlin. Am 22. April 1945 wurde er von der Roten Armee befreit.

Redner: Bogdan Bartniskowski, Zeitzeuge; Manuel Sarrazin, MdB; Jakub Deka

Einladung


Fotografieworkshop mit Mark Mühlhaus

25. - 27. Oktober 2019

NS-Zwangsarbeit | Fotografieren lernen, Geschichte begreifen, mit Bildern erzählen

Der Workshop bietet die Möglichkeit, den Umgang mit einer digitalen Spiegelreflexkamera anhand von Spuren der NS-Zwangsarbeit zu erlernen.

Das Gelände des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit sowie die städtische Umgebung stehen im Mittelpunkt der fotographischen Spurensuche. Die Teilnehmenden üben an diesem besonderen Ort die Gestaltung von Bildern und die Suche nach eigenen Motiven. Ziel ist es, über die inhaltliche Auseinandersetzung eine eigene Fotogeschichte zu erarbeiten.

Der Fotograf Mark Mühlhaus von attenzione photographers (www.attenzione-photo.com) hat sich intensiv mit dem Thema NS-Gedenkpolitik auseinandergesetzt. Seine Ergebnisse hat er unter anderem in dem Bildband »Begegnungen« (2005) und der Fotoausstellung »Im Schatten von Auschwitz« (2017/2018) veröffentlicht.

 

Seminarzeiten:
Freitag, 25. Oktober 2019, 13–18 Uhr
Samstag, 26. Oktober 2019, 10–18 Uhr
Sonntag, 27. Oktober 2019, 10–16 Uhr

Der Workshop ist auf 12 Personen begrenzt, Mindestalter ist 18 Jahre. Die Kameras werden auf Wunsch kostenlos gestellt.

Teilnahmegebühr: 45 € / für Studierende 30 € (inklusive Getränke und vegetarischem Mittagessen)
Anreise und Unterbringung sind von den Teilnehmenden selbst zu organisieren. Anmeldung bis 18. Oktober 2019: bildung-sw(at)topographie.de