Veranstaltungen

21. Februar 2019 | 19 Uhr

Jürgen Strasser: Die Karikaturen von Philibert Charrin
Skizzen eines französischen Zwangsarbeiters

Die Veranstaltung widmet sich den Zeichnungen des französischen Künstlers Philibert Charrin, die derzeit im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit zu sehen sind.

Philibert Charrin (1920-2007) war von April 1943 bis 1945 Zwangsarbeiter in der Nähe von Graz in Österreich. In der Zeit fertigte er dutzende Zeichnungen an, die sich satirisch mit der Arbeit, den Lebensbedingungen und den Zeitgenossen auseinandersetzen. Jürgen Strasser kannte Charrin persönlich und hat die Zeichnungen 2008 in der deutschsprachigen Edition „Stift Trifft Oft“ veröffentlicht. Prof. Dr. Ursula E. Koch wird in ihrem Beitrag die Zeichnungen Charrins in der französischen Medienlandschaft einordnen und in einem Ausblick Schlaglichter auf die heutige Pressekarikatur werfen.

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14. März 2019 | 19 Uhr

Wolfgang Schröter: Der Mythos Albert Speer
Buchvorstellung

Der Architekt Albert Speer galt lange als der „gute Nazi“. Wolfgang Schroeter hat untersucht, wie dieser Mythos entstand und warum er sich so lange halten konnte.

Albert Speer (1905–1981) war Hitlers Lieblingsarchitekt. 1937 stieg er zum Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt auf, 1942 zum Rüstungsminister. Damit war er einer der Hauptverantwortlichen für den massenhaften Einsatz von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern in der Rüstungsindustrie. Im Nürnberger Prozess wurde er als Kriegsverbrecher zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Nach dem Krieg gelang es Speer, sich von Hitler und dem NS-Regime zu distanzieren. Er täuschte vor, von den NS-Verbrechen nichts gewusst zu haben. Wolfgang Schroeter zeigt auf, wie diese offensichtliche Lüge eine große Wirkmächtigkeit in der jungen Bundesrepublik erreichte und bis heute nachwirkt – jedoch von Generation zu Generation unterschiedlich. Es geht um den „Aufstieg und Fall eines Mythos“.

Einladung

Vergangene Veranstaltungen:

Paul Schieder: Französische Zwangsarbeiter in Österreich

Etwa 70.000 Franzosen kamen als Zwangsarbeiter in die „Ostmark“, um meist in Industrie und Handwerk für die deutsche Kriegswirtschaft zu arbeiten. In seinem Vortrag stellt Paul Schieder seine im Böhlau Verlag erschienene Monographie „Französische Zwangsarbeiter im »Reichseinsatz« auf dem Gebiet der Republik Österreich“ vor. Die Untersuchung behandelt vor allem die Arbeits- und Lebensbedingungen der Franzosen. Die Betrachtung von individuellen Schicksalen erfolgt auf der Grundlage der Erinnerungsliteratur und von acht narrativ-biografischen Interviews. Prof. Dr. Mechthild Gilzmer wird in ihrem Beitrag die Zwangsarbeit von Französinnen und Franzosen kontextualisieren. Den Schwerpunkt ihrer Ausführungen bildet die französische Erinnerungskultur an den Zweiten Weltkrieg.
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Andreas Assael: Karya. Vernichtung durch Zwangsarbeit im besetzten Griechenland

Andreas Assael, Sohn überlebender Juden aus Saloniki, erwarb vor vielen Jahren auf einem Münchner Flohmarkt eine Sammlung von Fotos. Ein Ingenieur der nationalsozialistischen »Organisation Todt« hatte sie im besetzten Griechenland aufgenommen. Darunter befinden sich 80 Aufnahmen, die nach Recherchen Assaels die Zwangsarbeit von Juden aus Saloniki in der Nähe des Ortes Karya im Jahr 1943 zeigen. Im März 1943 begann der deutsche SS-Apparat mit den Deportationen von 48.000 Menschen der jüdischen Gemeinde Saloniki in Vernichtungslager im besetzten Polen. 3.000 unverheiratete jüdische Männer wurden zur Zwangsarbeit innerhalb Griechenlands verschleppt. 300 mussten für eine Eisenbahnstrecke in Karya einen Felshang abtragen, um Platz für ein Ausweichgleis zu schaffen. Wer diesen Einsatz überlebte, wurde erschossen. Andreas Assael gelang es mit Hilfe von Zeitzeugen, dieses unbekannte Kapitel griechischer, deutscher und jüdischer Geschichte zu erforschen.
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Geländeführungen Kriegsgefangenenlager Lichterfelde-Süd

Die Architektin und Bauhistorikerin Barbara Schulz führt durch das Gelände des ehemaligen NS-Kriegsgefangenenlagers in Lichterfelde-Süd. Auf einer ausgedehnten Fläche zwischen der Osdorfer Straße und der Trasse der Anhalter Bahn in Richtung Wittenberg befand sich während des Zweiten Weltkrieges das Kriegsgefangenenlager Lichterfelde-Süd.

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Margot Friedlander. NS-Judenverfolgung und Zwangsarbeit in Berlin und Theresienstadt

Margot Friedlander wurde vom NS-Regime als Jüdin verfolgt. Bei den Deutschen Tachometerwerken (Deuta) in Kreuzberg musste sie 1941 bis 1943 Zwangsarbeit leisten. Am 20. Januar 1943 entschloss sich Margot Friedlander - nachdem die Gestapo ihren Bruder und ihre Mutter verhaftet hatte - in den Untergrund zu gehen. 15 Monate versteckte sie sich in Berlin. Im Frühjahr 1944 wurde sie verhaftet und nach Theresien- stadt deportiert. Dort musste sie erneut Zwangsarbeit leisten, bis das Lager Anfang Mai 1945 befreit wurde.

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