Zwangsarbeiter-Durchgangslager Berlin-Wilhelmshagen

Bürger für Rahnsdorf e.V.

Im Rahmen der Erkundungen zu „älteren“ bzw. „jüngeren“ Ereignissen im gesamten Ortsteil Rahnsdorf haben wir u.a. erkannt, dass allein in Rahnsdorf während der Kriegsjahre 1942–1945 zehn Zwangsarbeiterlager errichtet und intensiv betrieben wurden.

Eines davon nannte sich „Durchgangslager Ost für Groß-Berlin“. Es wurde ab September 1942 in zwei Teilabschnitten mit je 10 Baracken umfänglich genutzt; bis Mitte 1943 ausschließlich für die Erfassung osteuropäischer Zwangsarbeiter. Hier sind zwischen 1942 und 1945 Zwangsarbeiter angekommen und vor allem auf Rüstungsbetriebe in Berlin und Brandenburg verteilt worden. Hunderttausende Menschen sind es gewesen, die mit falschen Versprechungen nach Deutschland gelockt oder einfach verschleppt worden sind. Fast täglich trafen Züge an der Rampe ein, die überwiegend Frauen und Kinder aus Polen und den besetzten Gebieten der Sowjetunion brachten, aber auch Männer aus Frankreich und Belgien.

Auf einer Fläche von ca. 120.000 qm wurden in diesen zwei Teillagern bis zu 4.800 Gefangene untergebracht. Polnische und sowjetische Menschen sind in Wilhelmshagen gesondert untergebracht gewesen und einer erniedrigenden Entlausungsprozedur unterzogen worden. Die Holzpritschen reichten oft nicht für alle aus und auch die Nahrungsmittel waren unzureichend. Wie auf einem Viehmarkt sind sie in Wilhelmshagen an die Firmen verteilt worden.

Auf Grund der besonderen Funktionen und der Größenordnung dieses Lagers entschlossen wir uns, im September 2007 an diesem Ort, stellvertretend für alle 10 Rahnsdorfer Zwangsarbeiterlager, eine Gedenkstätte einzurichten. Die Einweihungsfeier erfolgte am 7. September 2007.

Zur Feierstunde besuchte uns eine Vielzahl von Interessenten aus Politik, Verwaltung und Bürgerschaft. Für diesen Anlass ist es uns gelungen, eine wichtige und vor allem sachkundige Vertreterin des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit, Frau Dr. Christine Glauning, als Laudatorin und Moderatorin zu gewinnen. Anlässlich dieser Veranstaltung hatten wir im Vorab u.a. einige Fundamentteile beider o.g. Standorte der „Baracken-Stätte“ zur Besichtigung freigelegt.

Kontakt

„BfR e. V.“
Gion Voges, 1. Vorsitzender
Tel.: 030/648499-20
E-Mail: gionvoges(at)web.de

Standort
Fürstenwalder Allee 401, 12589 Berlin