Über Uns

Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin erinnert an das Schicksal der über 13 Millionen Männer, Frauen und Kinder, die während des Zweiten Weltkriegs im Deutschen Reich als Zwangsarbeiter:innen ausgebeutet wurden. Es befindet sich am historischen Ort eines fast vollständig erhaltenen Zwangsarbeitslagers.

Im Zentrum unserer Ausstellungen und Bildungsarbeit stehen die sogenannten zivilen Zwangsarbeiter:innen: Rund 8,4 Millionen Menschen wurden aus den besetzten Gebieten Europas zur Arbeit in das Deutsche Reich verschleppt. Darüber hinaus mussten Kriegsgefangene, KZ-Häftlinge, jüdische Verfolgte sowie Sinti:zze und Rom:nja Zwangsarbeit leisten.

Vor Ort zeigen wir die zwei Dauerausstellungen „Alltag Zwangsarbeit 1938–1945“ und „Zwischen allen Stühlen. Die Geschichte der italienischen Militärinternierten 1943–1945“ sowie Sonderausstellungen. Für Einzelbesucher:innen und Gruppen bieten wir ein umfangreiches öffentliches Programm: Mulitmediaguides in diversen Sprachen, Bildungsprogramme und Führungen durch die Ausstellungen sowie Veranstaltungen. Zudem bestehen eine Sammlung und eine öffentliche Bibliothek. Online sind u.a. ein Bildungsportal, ein Zeitzeugenarchiv sowie eine Datenbank der Berliner Lagerunterkünfte zugänglich. 

Unsere internationale Jugendbegegnungsstätte ermöglicht Schüler:innen und jungen Forschenden mit mehrtägigen Seminaren eine intensive und länderübergreifende Auseinandersetzung mit dem Thema Zwangsarbeit.

Mehr erfahren: Der historische Ort

Bau und Nutzung

Das Zwangsarbeitslager in Schöneweide wurde ab Ende 1943 vom „Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt“ (GBI) unter der Leitung Albert Speers inmitten eines Wohngebietes errichtet. Das Lager bestand aus 13 Unterkunftsbaracken sowie einer Wirtschaftsbaracke und war ursprünglich für 2.160 Zwangsarbeiter:innen geplant – vollständig belegt war es jedoch nie. Über 400 italienische Zwangsarbeiter, vor allem sogenannte „Militärinternierte“ (Kriegsgefangene), sowie Zwangsarbeiter:innen aus Ost- und Westeuropa waren hier untergebracht. In den letzten Kriegsmonaten 1945 dienten zwei Baracken als Unterkunft für weibliche KZ-Häftlinge aus Polen, die bei der Batteriefabrik Pertrix arbeiten mussten.


Nachkriegszeit

Die Rote Armee nutzte einige Baracken als Papierlager für die sowjetische Militäradministration. In die sechs Baracken, die heute zum Dokumentationszentrum gehören, zog kurz nach dem Krieg zunächst eine Impfstofffirma ein, die sich zum Impfstoff-Institut der DDR entwickelte. Die übrigen Baracken werden bis heute gewerblich genutzt: u.a. als Werkstatt, Kita, Autohaus und Kegelgaststätte. Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde das Impfstoff-Institut geschlossen und die Baracken standen jahrelang leer. Bald darauf bemühten sich zivilgesellschaftliche Akteur:innen, darunter die Berliner Geschichtswerkstatt, einen Erinnerungsort zu errichten. Sie forderten – im Kontext der öffentlichen Debatte um die Entschädigung von ehemaligen Zwangsarbeiter:innen – den Erhalt der historischen Gebäude und die Einrichtung eines Dokumentationszentrums. Seit 1995 stehen die historischen Baracken unter Denkmalschutz. 


Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit

2004 beschloss der Berliner Senat, in den leerstehenden Baracken des ehemaligen Impfstoffinstituts ein Dokumentationszentrum einzurichten, das am 24. August 2006 eröffnet wurde. Die Einrichtung ist Teil der Stiftung Topographie des Terrors. Seit 2008 gehört mit der „Baracke 13“ ein weiteres Gebäude zum Dokumentationszentrum. Sie ist nach dem Krieg kaum umgebaut worden und vermittelt einen Eindruck über die Unterkunftsbedingungen der Zwangsarbeiter:innen in diesem Lager. Das Gebäude ist nur im Rahmen von Führungen zugänglich. 

Das Dokumentationszentrum ist Anlaufstelle für ehemalige Zwangsarbeiter:innen und deren Angehörige, die es auch bei Rechercheanfragen unterstützt. Sein Auftrag umfasst zudem die Forschung und die Sammlung historischer Zeugnisse zum Thema NS-Zwangsarbeit.

Das Team

Leitung:

Dr. Christine Glauning, Leiterin
Tel: 030 6390 288 0

Dr. Roland Borchers, stellv. Leiter
Tel: 030 6390 288 15

Office management:

Eva-Maria Beiner
Tel: 030 6390 288 10

Presse:

Daniel Felleiter
Tel: 030 6390 288 14

Wissenschaftliche Mitarbeit:

Iris Hax
Tel: 030 6390 288 13
Simon Stöckle, wissenschaftlicher Volontär
Tel: 030 6390 288 28

Projekt “Lagerforschung”

Lydia Dollmann
Tel: 030 6390 288 07
Dr. Gonzalo Compañy
Tel: 030 6390 288 06

Bildungsabteilung:

Daniela Geppert, Leitung
Tel: 030 6390 288 11

Mirna Campanella, Beratung und Koordination
Tel: 030 6390 288 27
Milena Kulik, studentische Mitarbeit
Tel: 030 6390 288 26
Tanja Vaitulevich, Internationale Jugendbegegnungsstätte
Tel: 030 6390 288 0
Isabell Jablonski, stud. Hilfskraft Int. Jugendbegegnungsstätte
Tel: 030 6390 288 04
Christian Weber, Outreach
Tel: 030 6390 288 01

Sammlung:

Mia Schmidt
Tel: 030 6390 288 22
Elaine Charwat
Tel: 030 6390 288 19
Francesca Reif, studentische Mitarbeit
Tel: 030 6390 288 19

Bibliothek:

Malte Schendel, studentische Mitarbeit
Luise Gottschalk, studentische Mitarbeit
Tel: 030 6390 288 23

Verwaltung:

Manuela Liek, Verwaltung
Tel: 030 6390 288 0
Michaela Wandtke, Projektverwaltung
Tel: 030 6390 288 24


Vergabebekanntmachung § 30 UVgO

Auftraggeber

Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit

Stiftung Topographie des Terrors

Britzer Str. 5

12439 Berlin

Beschaffungsstelle:

Stiftung Topographie des Terrors

Niederkirchnerstr. 8

10963 Berlin

Beauftragtes Unternehmen:

Werkstatt für alles GmbH, Berlin

Verfahrensart:

Beschränkte Ausschreibung ohne Teilnahmewettbewerb, § 8 Abs. 3 UVgO

Art und Umfang der Leistung:

Produktion und Aufbau der Sonderausstellung „Vergessene Befreiung. Zwangsarbeiter:innen in Berlin 1945“: Metallbau, Holzbau, Grafikdruck, Montage

Zeitraum der Leistungserbringung:

10.02.2025 bis 28.04.2025