HÉLÈNE FAURIAT

VON DER RÉSISTANCE ZUR ZWANGSARBEIT IN SCHÖNEFELD

27. März – 06. September 2026

Eine Ausstellung des Amy-Johnson-Gymnasiums in Schönefeld in Kooperation mit dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Biografie von Hélène Fauriat (1918–1999), einer Kämpferin der französischen Résistance. Sie wird im Juni 1944 wegen ihres Widerstands gegen die deutsche Besatzung von der Gestapo festgenommen und in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert. Nach zwei Wochen wird sie in das KZ-Außenlager Henschel-Werke in Schönefeld überstellt und zur Arbeit in der Fabrik für Kampfflugzeuge gezwungen.

Wesentliche Grundlage der Ausstellung ist ihr Erinnerungsbericht „Noël à Schönefeld“ (Weihnachten in Schönefeld). Darin gibt Hélène Fauriat Einblick in ihre persönlichen Erfahrungen von Verfolgung, Haft und Zwangsarbeit während der NS-Zeit.

Erarbeitet wurde die Ausstellung im Rahmen eines Französisch-Grundkurses. Die Lernenden erforschten die Geschichte der französischen Widerstandskämpferin Hélène Fauriat. Anlass des Projekts ist der Neubau der Schule auf dem Gelände eines ehemaligen Zwangsarbeitslagers der Henschel Flugzeug-Werke AG in Schönefeld bei Berlin. Auf dem Areal fanden 2023/24 archäologische Grabungen statt.

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 26. März 2026, 18 Uhr (Podiumsdiskussion, Führung durch die Ausstellung und Empfang)

Forced to Work – Willing to Survive

Zwangsarbeit in Vergangenheit und Gegenwart.

Mai - November 2026

Forced to Work - Willing to Survive ist eine Wanderausstellung, die im Rahmen des Erasmus+-Projektes “Forced Labour. Development of an Exhibition and Pedagogical Materials for Schools” von Partnerorganisationen aus Italien, Österreich und Polen erarbeitet wurde. 

Die Ausstellung liefert eine Definition von Zwangsarbeit in Vergangenheit und Gegenwart. Wurden durch das NS-Regime rund 20 Millionen Männer, Frauen und Kinder zur Zwangsarbeit gezwungen, sind heute weltweit 27,6 Millionen Menschen betroffen. Besonderer Focus liegt auf den Auswir- kungen dieser Ausbeutung auf die Leben der Menschen aus ganz Europa während der NS-Diktatur. Anhand ausgewähl- ter Biografien von Zwangsarbeiter:innen wird die Geschichte dieser Jahre unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Verhältnisse der drei Partnerländer rekonstruiert: Teile der Bevölkerung Österreichs beteiligten sich seit dem so genann- ten Anschluss von 1938 an NS-Verbrechen; im seit 1939 von NS-Deutschland besetzten Polen wurde die Bevölkerung zur Zwangsarbeit ins Reich verschleppt oder in Ghettos und Kon- zentrationslagern ausgebeutet und ermordet; Italien schließ- lich war bis 1943 Deutschlands Verbündeter. Erst nach dem Sturz Mussolinis und der Besetzung durch NS-Truppen fan- den unter Mithilfe der faschistischen Milizen Deportationen der jüdischen Bevölkerung und der politischen Gegner:innen in die Konzentrationslager statt, wo diese als Arbeitskräfte ausgebeutet oder ermordet wurden. 

Im letzten Teil der Ausstellung wird herausgearbeitet, dass es trotz der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 und Gesetzen zu Gesundheit und Sicherheit am Arbeits- platz immer noch – oder schon wieder – Versuche gibt, den Rechtsschutz für Arbeitskräfte einzuschränken. Besonders betroffen davon sind Migrant:innen aus Nicht-EU-Staaten, deren Ausbeutung Formen von Sklaverei ähnelt.

Eine andere Italienische Reise

Der Zweite Weltkrieg in Italien: Orte, Geschichte und Erinnerungen

November - April 2027

Goethes „Italienische Reise“ inspiriert eine neue Entdeckungstour durch Italien, begleitet von einem deutschen Besucher und einer Italienerin. Gemeinsam erkunden sie Orte, die mit dem Zweiten Weltkrieg und Widerstand verbunden sind, diskutieren historische Hintergründe und reflektieren Vorurteile. Das Nationale Institut „Ferruccio Parri“ hat dafür zehn zentrale Themen zum Krieg in Italien gewählt und symbolträchtige Orte bestimmt. Diese vielfältigen Stationen werden mit historischen Materialien und digitalen Einblicken ergänzt. Die Ausstellung lädt dazu ein, sich mit der italienischen Kriegszeit auseinanderzusetzen und anzufragen, wie Erinnerungsorte zu neuen Zeugen werden können, wenn sie kluge Fragen erhalten.