Veranstaltungen

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Für eine Liebe so bestraft

Filmscreening und Gespräch

Donnerstag, 22. Januar 2026 | 19:00 Uhr 

Tausende Frauen verschwanden während der Zeit des Nationalsozialismus hinter Gefängnismauern und in Konzentrationslagern, weil sie sich in einen Zwangsarbeiter oder Kriegsgefangenen verliebt hatten. Ihr Verbrechen: „verbotener Umgang“. Ein Dokumentarfilm zeigt einige dieser Geschichten. 

Wenn aus dem Feind ein Freund, ja ein Geliebter wurde, traf die Frauen und Männer schwere Vergeltung. Haftstrafen oder sogar Mord: Öffentliche Hinrichtungen von Zwangsarbeitern sollten „abschrecken“ und jede Form von Menschlichkeit unterbinden. 

Nach dem Krieg wurden viele der betroffenen Frauen weiter ausgegrenzt: Behörden verweigerten ihnen die Anerkennung als politische Häftlinge und damit jede Entschädigung; in ihrem Umfeld wurden sie häufig gemieden und zum Schweigen gebracht. 

Erika Fehse ist es gelungen mit ihrem Film, drei dieser Frauen und zwei ihrer Töchter zu ermutigen, ihre Geschichten zum ersten mal öffentlich zu erzählen. Eine von ihnen ist Katharina Sämann.

Film „Für eine Liebe so bestraft“, WDR, 2000, 45 min. 

Begrüßung: Dr. Christine Glauning
Leiterin des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit

Podium:
Erika Fehse, Regisseurin
Katharina Sämann, Tochter einer porträtierten Zeitzeugin

Moderation: 
Lucy Debus, Historikerin und Kuratorin der Ausstellung trotzdem da! 

 

Um 18 Uhr bieten wir eine Führung mit der Kuratorin Lucy Debus an.

Einladung

Tagung: Kinder aus verbotenen und unerwünschten Beziehungen in Zeiten des Krieges

Geschichte, Erinnerung, Kontinuitäten

19.–21. März 2026
Eine Tagung der Gedenkstätte Lager Sandbostel und des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit in Berlin.

Die Tagung widmet sich einem bislang wenig beachteten Kapitel der Geschichte des Zweiten Weltkriegs: den Kindern aus sogenannten „verbotenen“ und gesellschaftlich verdrängten Beziehungen zwischen Zwangsarbeiter*innen, Kriegsgefangenen im Deutschen Reich, deutschen Besatzungssoldaten sowie lokalen Frauen oder Männern. Diese Beziehungen waren von Gewaltverhältnissen, rassistischen Zuschreibungen und staatlicher Repression geprägt – ihre Folgen wirkten weit über 1945 hinaus.

Anlässlich der Präsentation der Wanderausstellung „trotzdem da! – Kinder aus verbotenen Beziehungen zwischen Deutschen und Kriegsgefangenen oder Zwangsarbeiter*innen“, erarbeitet an der Gedenkstätte Lager Sandbostel und bis Mai 2026 in Berlin zu sehen, bringt die Tagung Historiker*innenPädagog*innen, Nachkommen der Betroffenen sowie Akteur*innen der Erinnerungskultur in einen interdisziplinären Dialog.

Im Mittelpunkt stehen historische Einordnungen, lebensgeschichtliche Erfahrungen und transgenerationale Perspektiven. Zugleich öffnet die Tagung den Blick auf die Nachkriegszeit sowie auf vergleichende Perspektiven in Europa und darüber hinaus. Ziel ist es, Forschungslücken sichtbar zu machen, Erinnerungskultur kritisch zu reflektieren und Impulse für neue Formen historisch-politischer Bildungsarbeit zu geben.
 

Die Teilnahme ist kostenfrei. Wir bitten um Anmeldung bis zum 15. März 2026: veranstaltung_ns-zwangsarbeit(at)topographie.de. Eine Online-Teilnahme ist möglich. 

Programm

Donnerstag, 19. März 2026

Ab 15:30 Ankommen und Begrüßungskaffee

16:00 Begrüßung und Einführung
Dr. Christine Glauning (Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit), Andreas Ehresmann (Gedenkstätte Lager Sandbostel)

16:30 Projektvorstellung „trotzdem da!“
Lucy Debus (Projekt trotzdem da!), Gwendoline Cicottini (Projekt trotzdem da!/Gedenkstätte Buchenwald)

17:00 Selbstständige Besichtigung der Ausstellung

19:00 Öffentliche Abendveranstaltung „The Lion is telling the Story of the Forest“. Film (20 Min.) und Gespräch. Mit Gerd A. Meyer (Sohn aus einer verbotenen Beziehung), Ksenja Holzmann (Denkort Bunker Valentin/Projekt Multi-peRSPEKTif) und N.N. (Projekt Multi-peRSPEKTif) zu multiperspektivischen Perspektiven auf Erinnerungskultur(en) und verbotene Beziehungen. Moderation: Lucy Debus (Projekt trotzdem da!)

21:00 Ende

Freitag, 20. März 2026

09:00 Begrüßung

1 Historische Kontexte

09:15   Panel 1: Kinder aus verbotenen Beziehungen im Deutschen Reich
Marcel Brüntrup (Kommission Alltagskulturforschung für Westfalen), Gwendoline Cicottini (trotzdem da!) Gedenkstätte Buchenwald), Lukas Schretter (Ludwig Boltzmann Institut für Kriegsfolgenforschung, Online)

11:00 Kaffeepause

11:15   Panel 2: Kinder aus verbotenen Beziehungen in den besetzten Gebieten
Jakub Gałęziowski (​​University of Warsaw), Mieke Kirkels (Historikerin, Margraten, Niederlande, Online), N.N.

13:00 Mittagspause

 

2 Lebensgeschichten und gesellschaftliche Bedingungen

14:15 Panel 1: Lebensgeschichten von Kindern aus unerwünschten Beziehungen während des Zweiten Weltkriegs

Lucy Debus (Projekt trotzdem da!), Sophie Hubbe (Historikerin, München), N.N.

16:00 Kaffeepause

16:15 Panel 2: “Unerwünschte” Kinder in verschiedenen Kriegs- und Gewaltkontexten: Vergleichende Perspektiven

Julia Roos (Indiana University Bloomington), Stef Scagliola (Historikerin, Niederlande), N.N.

18:00 Tageszusammenfassung & Diskussion

19:00 Ende

Samstag 21. März 2026

09:00 Begrüßung

3 Transgenerationale Perspektiven und Erinnerungskultur


09:15 Panel 1: Transgenerationale Folgen der Verfolgung im NS und gesellschaftlichen Ausgrenzung in der Nachkriegszeit
Karen Heddinga (KZ-Gedenkstätte Neuengamme) im Gespräch mit Nachfahren aus verbotenen Beziehungen der ersten und zweiten Generation 

11:00 Kaffeepause

11:15 Panel 2: Kinder aus verbotenen Beziehungen in der Erinnerungskultur und juristische Aufarbeitung
Jan Dohrmann (Projekt trotzdem da!) Christine Glauning (Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit), Thomas Muggenthaler (Bayerischer Rundfunk)

13:00 Fazit und Abschlussdiskussion

14:00 Ende der Tagung und Abreise