Aktuelle Angebote und Ausschreibungen
Bildungszeit "Profit statt Menschenwürde"
Menschenhandel und Arbeitsausbeutung - gestern und heute
15. bis 19. Juni 2026 / Ein Angebot von Arbeit und Leben und dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
Anmeldung bis Ende April bei Arbeit und Leben
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ – so beginnt nicht nur das deutsche Grundgesetz, sondern auch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen. Dennoch wird dieses Prinzip bis heute millionenfach verletzt: Arbeitsausbeutung, Zwangsarbeit bis hin zu modernen Formen der Sklaverei und Menschenhandel sind weltweit Realität – auch in Deutschland.
Diese Bildungszeit nimmt die Geschichte und Gegenwart von Arbeitsausbeutung in den Blick. Sie beleuchtet die Zwangsarbeit im Nationalsozialismus und im deutschen Kolonialismus und fragt nach den zugrunde liegenden Menschenbildern und Machtstrukturen. Welche Kontinuitäten bestehen bis heute – und wie wirken sie sich auf unseren aktuellen Umgang mit Arbeit, Abhängigkeit und die Rechte der Betroffenen aus?
Im Austausch mit Expert:innen und zivilgesellschaftlichen Akteur:innen – darunter das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, die Servicestelle gegen Arbeitsausbeutung, Zwangsarbeit und Menschenhandel, das Deutsche Institut für Menschenrechte und Berlin Postkolonial e. V. – werden die komplexen Zusammenhänge zwischen Geschichte und Gegenwart, politischer Verantwortung und Handlungsspielräumen für die Zukunft diskutiert.
Forschungsprojekt zu Herthas Geschichte in der NS-Zeit
Getreu dem Motto ‚Aus der eigenen Geschichte lernen‘ hat Hertha BSC bereits in der Vergangenheit gemeinsam mit seinen Fans zur Geschichte und NS-Vergangenheit unseres Vereins geforscht. Themenschwerpunkte waren zuletzt beispielsweise die Rolle der Zwangsarbeit mit Fokus auf Bram Appel oder die Spurensuche zum ehemaligen Vereinsarzt Dr. Hermann Horwitz. Nun soll die gemeinsame Arbeit zur blau-weißen Historie in eine neue Runde gehen.
Hierzu laden wir alle Interessierten herzlich zum digitalen Auftakt des neuen Rechercheprojekts ‚Sportplätze von Hertha BSC und NS‑Zwangsarbeit‘ ein. Das Projekt startet dieses Frühjahr in Zusammenarbeit mit dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit und dem Fanprojekt Berlin.
Die Auftaktveranstaltung findet am 7. April ab 18:00 Uhr online statt.
Der Abend soll allen Interessierten einen Überblick über die Inhalte, Fragestellungen und die möglichen Ziele geben. Ihr sollt einen Eindruck von in dem Projekt anfallenden Aufgaben bekommen und erfahren, wie ihr euch möglicherweise einbringen könnt.
Wichtig: Die Teilnahme am Auftakt ist keine Zusage zur Teilnahme am Projekt. Details zur Vergabe der Projektplätze erhaltet ihr am Abend selbst und im Nachgang.
Bitte teilt uns bis zum 6. April über das Formular mit, ob ihr am digitalen Auftakttermin am 7. April um 18:00 Uhr teilnehmt. Nach erfolgter Anmeldung erhaltet ihr den Teams-Link, über den ihr euch einwählen könnt.
Wir freuen uns auf eure Teilnahme!
Originaltext von Hertha BSC
Die eigene Familiengeschichte mit Blick auf mögliche NS-Beteiligung erforschen
25. April | 10 - 17 Uhr
Der Workshop ist ausgebucht. Sie können sich gern für die Warteliste anmelden.
Vielfach sind jüngeren Angehörigen nur Fragmente über die Lebensgeschichten ihrer Verwandten zwischen 1933 und 1945 bekannt.
Dennoch können familiäre Erinnerungen und Dokumente einen ersten Ansatzpunkt bilden, um mehr über die eigene Familienvergangenheit herauszufinden. Im Fokus stehen mögliche Täter:innenschaften und Beteiligungen von Angehörigen im Kontext von NS-Zwangsarbeit oder anderen NS-Verbrechen. Im Workshop werden Rechercheansätze sowie Methoden für die Gesprächsführung mit Angehörigen vorgestellt.
Es handelt sich um einen Einführungsworkshop. Besondere Vorkenntnisse sind nicht notwendig.
Kosten? keine
Anmeldung: 030 6390 288 01 oder bildung_ns-zwangsarbeit@topographie.de
Unter dem Deckmantel der Arbeit
Zwangsarbeit 1938–1945
4. Mai - 8. Mai und 31. August - 4. September 2026
Zwischen 1938 und 1945 wurden über 13 Millionen Menschen im Deutschen Reich zur Zwangsarbeit eingesetzt. An historischen Orten werden die Lebensbedingungen, die staatliche Organisation und der Nutzen für die deutsche Wirtschaft thematisiert.
Dieses Seminar findet in Kooperation zwischen dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit und den Berliner Unterwelten e.V. statt. Es richtet sich an Erwachsene. Die Anerkennung als Seminar im Rahmen eines Bildungsurlaubs ist möglich. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Seminarinhalte
An fünf Tagen werden wir uns im Rahmen von Führungen, Vorträgen und Diskussionen mit dem Seminarthema beschäftigen. Das Programm ist auf täglich acht Stunden ausgelegt; Programmänderungen sind auch kurzfristig möglich. Während des Seminars soll die umfangreiche Geschichte der NS-Zwangsarbeit im nationalsozialistischen Deutschland vorgestellt werden. Thematisiert werden die verschiedenen Formen der Zwangsarbeit, die unterschiedlichen Einsatzgebiete und die Arbeits- und Lebensbedingungen der ZwangsarbeiterInnen. Ein Überblicksvortrag stellt zu Beginn die Komplexität des Themas vor.
Auf einem ehemaligen Lagergelände, dem heutigen Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, werden die Geschichte dieses Lagers, der Einsatz der ZwangsarbeiterInnen in dessen direkter Umgebung sowie deren Alltag erläutert. In weiteren Vorträgen werden die Zusammenhänge zwischen Krieg, Zwangsarbeit und Wirtschaft erläutert oder geschildert wie die »Rekrutierung« der Arbeitskräfte in Osteuropa erfolgte. Es werden besondere Gruppen von ZwangsarbeiterInnen betrachtet.
Wir besuchen weitere Orte in Berlin, an denen sich Zwangsarbeiterlager befanden, befassen uns mit deren Nutzung nach 1945 und dem unterschiedlichen Umgang mit der NS-Vergangenheit bis heute. Hier spielen auch aktuelle Aspekte eine Rolle, wie die Konflikte zwischen bürgerschaftlichem Engagement, Denkmalpflege und Investoreninteresse. Am letzten Tag thematisieren wir den langwierigen Weg zur Entschädigung der ehemaligen ZwangsarbeiterInnen durch die deutsche Wirtschaft und die damit verbundene Gründung der Stiftung »Erinnerung, Verantwortung und Zukunft«.
Anmeldung: bildung_ns-zwangsarbeit(at)topographie.de
NS-Zwangsarbeit im Film
International Summer School
5. - 11. Juli 2026
Die internationale Sommerschule bietet Studierenden und Nachwuchswissenschaftler:innen ein Forum zum Austausch über Methoden, Forschungsansätze und Lehrpraktiken im Zusammenhang mit der NS-Zwangsarbeit und ihrer Erinnerung im Europa der Nachkriegszeit.
Das Programm konzentriert sich darauf, wie Zwangsarbeit unter dem Nationalsozialismus in Spiel- und Dokumentarfilmen dargestellt, konstruiert und interpretiert wird. Die Teilnehmenden lernen die Grundlagen der Filmanalyse kennen, setzen sich mit Erzählstrategien in historischen Spielfilmen auseinander und nehmen an gemeinsamen Filmvorführungen, kritischen Diskussionen und der Analyse ausgewählter Filme teil. Die Sommerschule endet mit einer öffentlichen Filmvorführung, begleitet von Kommentaren, die von den Teilnehmenden erarbeitet wurden.
Historischer Kontext
Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs sah sich Deutschland mit einem gravierenden Arbeitskräftemangel konfrontiert und verlagerte die wirtschaftliche Last des Krieges zunehmend auf die Bevölkerung der besetzten Gebiete. Mehr als 13 Millionen Menschen aus ganz Europa wurden innerhalb des Territoriums des Dritten Reiches deportiert oder zur Zwangsarbeit gezwungen.
Zwangsarbeiter:innen waren harten Lebens- und Arbeitsbedingungen ausgesetzt, darunter eingeschränkte Rechte, Zwangsunterbringung in Lagern oder Kasernen, Unterernährung und eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Nach 1945 kehrten viele in Gesellschaften zurück, die sie oft marginalisierten oder stigmatisierten, insbesondere in Kontexten, in denen Zwangsarbeiter als „Kollaborateure“ des Feindes angesehen wurden.
Zentrale Themen und Ziele
1. Erforschung der Geschichte der NS-Zwangsarbeit, aktueller Forschungstrends und pädagogischer Ansätze.
2. Analyse der Darstellung und Prägung unseres Geschichtsverständnisses durch Spiel- und Dokumentarfilme.
3. Austausch über die aktuellen Herausforderungen, denen Geschichtslehrer:innen in Europa gegenüberstehen, mit besonderem Schwerpunkt auf der Vermittlung der Geschichte und Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg.
Teilnehmende:
Das Programm steht 15 Studierenden und Pädagog:innen am Anfang ihrer Karriere offen. Vorkenntnisse im Bereich Filmwissenschaft sind nicht erforderlich.
Die Teilnehmenden sollten bereit sein, während der gesamten Dauer der Sommerschule anwesend zu sein, sich aktiv an den Diskussionen zu beteiligen und an der Abschlusspräsentation des Films mitzuwirken.
Die Arbeitssprache der Sommerschule ist Englisch.
Veranstalter:
Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, die zum Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors“ gehört, befindet sich auf dem Gelände eines weitgehend erhaltenen ehemaligen Zwangsarbeitslagers, das 1943 in einem Berliner Industriegebiet für mehr als 2.100 Menschen errichtet wurde.
Seine Ausstellungen, Archive und Bildungsprogramme widmen sich einer historisch unterrepräsentierten Opfergruppe: rund 8,4 Millionen zivile Zwangsarbeiter aus ganz Europa, die während des Krieges vom Nazi-Regime ausgebeutet wurden.
Bewerbung:
Bitte reichen Sie für Ihre Bewerbung einen kurzen Lebenslauf und ein Motivationsschreiben in einer Datei ein (max. 1–2 Seiten)
Die Veranstalter übernehmen die Reisekosten, die Unterkunft (Einzelzimmer oder ggf. Doppelzimmer) sowie die Verpflegung für die ausgewählten Teilnehmer.
Bewerbungsschluss: 1. Mai 2026
Bitte senden Sie Ihre Bewerbung an:
Tanja Vaitulevich iymcberlin(at)topographie.de