Žadkěvič und andere.

Arbeit, Zwang und Widerstand

15. März 2024 - 4. August 2024

Der tschechisch-russische Chemiker Konstantin Žadkěvič ist ab 1940 bei der Firma Heldenheim in Berlin-Tempelhof angestellt. Im Frühjahr 1943 knüpft Žadkěvič Kontakte zu Zwangsarbeiter:innen aus ganz Europa. Gemeinsam mit ihnen will er nach dem Sturz der Nationalsozialisten für ein geeintes sozialistisches Europa kämpfen. Er nimmt dazu Verbindung zur deutschen Widerstandsgruppe „Europäische Union“ auf. Als diese auffliegt, nimmt die Gestapo im Oktober 1943 auch Žadkěvič und weitere Mitglieder seiner Gruppe fest.

Žadkěvič und vier führende Mitglieder werden zum Tod verurteilt und ermordet, weitere sechs erhalten Zuchthausstrafen. Nach dem Krieg gerät die Žadkěvič-Gruppe in Vergessenheit. Diese Ausstellung der Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden macht ihre mutige Geschichte sichtbar.

Tödliche Zwangsarbeit in Karya

Deutsche Besatzung und der Holocaust in Griechenland

5. September 2024 - 2025

Ein Projekt des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit, der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Universität Osnabrück.

Wie kann eine gemeinsame Auseinandersetzung in Deutschland und Griechenland mit der kaum bekannten Geschichte der NS-Zwangsarbeit im besetzten Griechenland gefördert werden? Innovative und partizipative Formen der Geschichtsvermittlung und bi-nationale Begegnungsprojekte stärken gegenseitiges Verständnis und damit europäische Werte.

Ausgehend von bislang nicht publizierten Fotos der Zwangsarbeit jüdischer Männer an der Bahnstrecke in Karya wird eine multiperspektivische Wanderausstellung erarbeitet. Unter Einbeziehung von Studierenden aus Deutschland und Griechenland untersucht die Arbeitsgruppe Konfliktlandschaften der Universität Osnabrück den Ort geoarchäologisch nach Massengräbern und Spuren der Zwangsarbeit und entwickelt ein qualitativ und visuell hochwertiges 3-D-Modell, das den Tatort erfahrbar macht. In einem partizipativen Ansatz fließen Ergebnisse von Zeitzeugenbegegnungen und Workshops mit Nachkommen von Überlebenden in das deutsch-griechische Projekt ein.

Die Ausstellung wird mit Mitteln des Bundesministerium der Finanzen durch die Stiftung EVZ gefördert.